Workshop zur Integration der Siedlungsnatur zur Verbesserung des sozialen, körperlichen und psychischen Wohlbefindens. Rundgänge zu Naturerfahrungen in Siedlungen und zu Bäumen als Gesundheitsfaktor in den schweizer Städten Romanshorn und Arbon.
TAG 1: STADT ARBON
Die Exkursion startete am ersten Tag bei der Arboner Bucht, wo eindrücklich aufgezeigt wurde, wie durch Renaturierung ökologisch wertvolle Lebensräume geschaffen wurden. Die Renaturierung fand in zwei Etappen zwischen 1998 und 2023 statt. Trotz Regen und eingeschränkter Sicht konnten einige Wasservögel beobachtet werden.
Im Anschluss präsentierte das Arboner Team den digitalen Baumkataster, in dem alle öffentlichen sowie geschützten privaten Bäume der Stadt erfasst sind. Auch der kulturelle und historische Wert von Bäumen wurde thematisiert und das städtische Pflegekonzept für historische Bäume wurde vorgestellt.
Trotz des Regens wurde immer wieder Halt gemacht, um die verschiedenesten Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität zu sehen.
Beim Schlossturm etwa, wo Nistzplätze für Mauersegler während der Sanierungsarbeiten erhalten blieben.
Nach einer kurzen Busfahrt folgte ein weiterer Programmpunkt: ein Besuch bei der Firma A. Vogel. Hier beeindruckten die verschiedenen Arbeits- und Qualitätskontrollschritte. Vom Anbau der Heilpflanzen über die Verarbeitung bis hin zur Abfüllung und Verpackung in Flaschen oder Dragees. Jeder Schritt steht für Sorgfalt, Wissen und die Verbindung von Natur, Erfahrung und Wissenschaft.
Der Tag klang mit einem Workshop im Schloss Arbon aus. Es wurden verschiedene Projekte der Gemeinden Friedrichshafen, Memmingen und Rankweil vorgestellt und eine Preisverleihung zu einem Rätsel, das die Teilnehmenden im Laufe des Tages erhalten hatten, gab es inklusive.
TAG 2: STADT ROMANSHORN
So wie der erste Tag endete, begann der zweite: mit der Vorstellung von "Projekten des Glücks" der Gemeinden Koblach und Lauterach. Außerdem wurde das Grün- und Freiraumkonzept der Stadt Romanshorn vorgestellt. Danach führte die Exkursion zum ersten Platz, dem Isola Park. In dem Park wurde ein naturnahes Bepflanzungskonzept vorgestellt, das gemeinsam mit Fachpersonen und in Abstimmung mit den Bevölkerung umgesetzt wurde.
Beim Pestalozzischulhaus darf es wild sein und genau das macht diesen kleinen Schulpark so besonders. Biodiversität wird hier nicht nur gefördert, sondern direkt erlebbar gemacht. Verschiedene kleine Lebensräume sind miteinander vernetzt, etwa ein schmaler Graben, der sich bei Regen mit Wasser füllt und zum temporären Biotop wird. Alles ist so angelegt, dass es für die Schülerinnen und Schüler gut zugänglich ist - zum Entdecken, Beobachten und Staunen.
Ein weiteres Highlight war die historische Friedhofsallee, deren Platanen seit 1876 das Stadtbild prägen. Die Bäume behaupteten sich dank vorbildlicher Pflege über die Jahrzehnte, trotz der aufkommenden Mobilität und obwohl sie bis zum Stamm von Asphalt eingefasst sind. Heute weist der in die Jahre gekommene Belag durch Wurzeldruck und natürliche Alterung etliche Schäden auf. In den Wintermonaten führt dies zu Stolperfallen und Problemen bei der Schneeräumung. Anlässlich des 150. Jubiläums der Allee wurde entschieden den Weg zu sanieren und dabei ein besonderes Augenmerk auf den Baumschutz zu legen.
Beim Friedhof hieß es dann: jetzt wird gespielt! Alle bekamen eine Karte mit einer Pflanze darauf und machten sich auf die Suche. Dabei gab es eine beeindruckende Vielfalt an heimischen Arten zu entdecken!
Bei der angrenzenden Kirche blühte die Blumenwiese in voller Pracht. Ein Blick nach oben zeigt den Kirchenturm, in diesem nistete ein Turmfalkenpaar. Über einen Livestream (www.bodensee-falken.ch) können diese beim Brüten beobachtet werden. Ziel des Livestream ist es, die Bevölkerung zu sensiblisieren.
Auf dem Weg zum Pflegeheim wurde noch bei einem Gymnasium Halt gemacht. Bei der Kantonsschule findet man eine traditionelle Streuobstwiesenlandschaft. Bis zu 50 Brutvogelarten, wie der Gartenrotschwanz und der Wiedehopf, können in einer solchen Umgebung einen geeigneten Lebensraum finden.
Zum Abschluss wurde noch der Demenzgarten des Pflegeheims besichtigt. Es ist ein Ort zum Wohlfühlen für die an Demenz erkrankten Bewohner und Bewohnerinnen. Die Natur wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Dabei müssen bei der Gestaltung aber einige Faktoren beachtet werden, damit sich die Erkrankten orierntieren können und keine Angsträume entstehen.