Es war ein fulminantes Fest nach drei Jahren des Engagements für Zukunftsgrün in 13 Städten und Gemeinden! Exkursionen, Diskussionen und die feierliche Übergabe der ersten Grünen Holda krönten den Abschluss des Spiels.
Grün macht glücklich, friedlich, hilft beim Denken, fördert das soziale Miteinander, kühlt. Dr. Elisabeth Oberzaucher, die als Verhaltensbiologin an der Universität Wien forscht und lehrt, betonte bei der Siegerehrung des „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ aus Sicht der Wissenschaft, wovon 13 Gemeinden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz schon überzeugt sind.
Daniel Ballmer, Schweizer Umwelt-Politikwissenschaftler und Biologe, hob insbesondere die verbindende Wirkung des Projekts hervor, über Landes- und kommunale Grenzen hinweg – und über den eigenen Gartenzaun hinaus: „Gemeinsam etwas zu bewirken, ist mit das tollste, was man erleben kann.“
„Einem Großteil der Menschen ist bewusst, dass der Klimawandel uns alle fordern wird“, sagte Dieter Egger, Bürgermeister der gastgebenden Stadt Hohenems bei der Preisverleihung. Seine Empfehlung: „Nicht moralisieren, sondern begeistern. Ökonomie und Ökologie können sich wunderbar ergänzen und das bedeutet mehr Lebensqualität für uns alle.“
Das von Dr. Stephan Brenneisen geleitete Podium ging der Frage nach, wie sich unsere Siedlungen bis 2050 idealerweise verändern. Weitestgehend autofrei und mit viel neu geschaffenem Platz für Begegnungen, so eine Vision von Dr. Elisabeth Oberzaucher. Grüne Stadtquartiere sind allen gleich zugänglich und führen nicht zur Verdrängung. Nicht immer einfach, konstatiert Felix Wigand, Umweltingenieur der bayerischen Stadt Memmingen, der gerade in seiner Stadt einen solchen Prozess begleitet hat. Der Weinmarkt, eine ehemalige Durchgangsstraße, wurde zu einer Fußgängerzone mit großkronigen Bäumen und hoher Aufenthaltsqualität entwickelt. Nicht alle haben das von Anfang an begrüßt. Wilfried Ammann, Bauhofleiter in der Vorarlberger Marktgemeinde Rankweil , ergänzt, dass die Gemeinden oftmals vorausgehen und den anfänglichen Gegenwind mancher Bürgerinnen und Bürger in Gesprächen auffangen müssen. Aber wie erreicht man die Menschen außerhalb der eigenen Bubble, fragt die Leiterin des Bereich Umwelt und Energie der Stadt Arbon, Monika Göldi ins Podium. Es drängt die Zeit, alle Menschen zu erreichen, um die Ziele in Klimaschutz und Klimawandelanpassung zu erreichen. Es gibt wohl nicht den einen Weg, so Elisabeth Oberzaucher und Daniel Ballmer, es gilt zuzuhören, in einen ehrlichen Dialog zu gehen und zielgruppenspezifische Angebote zu schaffen.
Stadt Weingarten (DE)
Stadt Friedrichshafen (DE) und Stadt Romanshorn (CH) teilen sich den 3. Platz, © Stadt Hohenems
Erste Verleihung der „Grünen Holda“ ! Drei Länder, 13 Gemeinden, ein Gewinn: Im „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ haben Städte und Gemeinden um die gelungene Klimaanpassung von Siedlungen mithilfe von mehr und besserem Grün gewetteifert. Gewinner sind aller erster Linie die Bürgerinnen und Bürger. Trotzdem gab es ein Siegertreppchen.
Stadt Arbon (CH)
Stadt Lindau (DE), © Stadt Hohenems
Gemeinden Baienfurt, Baindt und Berg (DE), © Stadt Hohenems
Stadt Memmingen (DE)
Marktgemeinde Rankweil (AT) auf dem 2. Platz
Gemeinde Koblach (AT)
Der 1. Preis geht an die Stadt Hohenems, © Stadt Hohenems
Das gesamte Zukunftsgrün-Team freut sich, © Stadt Hohenems
Im Vorfeld konnten sich die Gäste auf der Finissage bei Speis und Trank ein Bild über die vielfältigen Ergebnisse des gesamten Interreg-Projektes Zukunftsgrün machen. Das Projekt „Zukunftsgrün – Biodiversität, Klimaschutz und Klimawandelanpassung“ wird von insgesamt sieben Organisationen getragen und von der Bodenseestiftung mit Sitz in Radolfzell geleitet. Für Private, Unternehmen und Kommunen hat das Projekt Impulse gegeben, Orientierungshilfen erarbeitet und Know-how vermittelt. Mit dem von der Bodensee-Stiftung entwickelten „Quick Check zur Klimawandelanpassung in Unternehmen“ steht ein einfach anwendbares Instrument zur Verfügung, mit dem die Vulnerabilität eines Standortes gegenüber Klimarisiken eingeschätzt werden kann. Die Baubook GmbH hat für das gleichnamige Webportal qualitätsgesicherte Ökobilanzdaten für Dachbegrünungsprodukte veröffentlicht. Das Naturerlebniszentrum Allgäu und die Bodensee-Stiftung haben Bürgerinnen und Bürger für die Bedeutung von Stadtbäumen sensibilisiert. Sie haben Ehrenamtliche zu Blühbotschaftern ausgebildet und sie zum Thema Klimawandelanpassung weitergebildet. Das Energieinstitut Vorarlberg hat Hilfestellungen für Immobilienbesitzer rund um die Bauwerksbegrünung erarbeitet – vom kompakten Handout bis zum Kurzvideo. Das von der pulswerk GmbH und der ZHAW entwickelte Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün bietet Kommunen anhand seiner 3³ Kriterien einen Leitfaden für eine nachhaltige Stadt- und Gemeindeentwicklung. Praxisbeispiele sind in der Spieldokumentation „Hinter den Kulissen der Spielwiese“ nachzulesen.
© Stadt Hohenems